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Interview: Im Gespräch mit Jackie Hardt

Unsere Interviewreihe geht in die nächste Runde. Diesmal baten wir die Fotografin Jackie Hardt uns Rede und Antwort zu stehen.

Jackie lebt in Berlin, ihre fotografischen Arbeiten konzentrieren sich hauptsächlich auf Portraits, Beauty- und Fashion-Aufnahmen und werden unter anderem in Elle, Rolling Stone, Stern, Schön!, Vanity Fair und Vogue veröffentlicht sowie international ausgestellt.

Jackie, wie bist Du überhaupt zur Fotografie gekommen?
Die Fotografie begleitet mich schon mein gesamtes Leben. Mein Ziehvater war Fotograf und ich habe lange international vor der Kamera gearbeitet, dann meine Liebe zur Dunkelkammer entdeckt und sehr viel mit Film herumprobiert.

Deine Schwerpunkte sind Fashion, Beauty und Celebrities. Weshalb und welchen Reiz üben diese Bereiche auf Dich aus?
Vermutlich bin ich da einfach hineingewachsen, denn in diesen Bereichen bewege ich mich − gefühlt − schon mein ganzes Leben.

Wie würdest Du selbst Deinen fotografischen Stil beschreiben?
Im Bereich Portrait eher klassisch. Bei Beauty und Fashion aber liebe ich die Inszenierung. Ich bewege mich gerne zwischen verspielt romantisch und dann wieder klar …



Was zeichnet Deiner Meinung nach ein herausragendes Foto aus?
Dass ich es anschauen muss. Immer wieder. Und darin etwas finde.

Spielt bei Deinen Arbeiten der Zufall eigentlich auch eine Rolle oder ist alles bis ins letzte Detail geplant?
Das kommt darauf an. Bei freien Arbeiten ziehe ich es vor, den Moment mit einfließen zu lassen. Es gibt immer eine Richtung, von langer Hand geplant. Doch manchmal passieren auch tolle Sachen, wenn man nach links und rechts schaut. Sometimes change your point of view.

Wie bereitest Du Dich auf ein Shooting vor?
Ich recherchiere jeden Tag und sammle überall Ideen und Impulse. Wird ein Projekt dann konkret, kommen Moodboards zum Einsatz.

Wie empfindest Du die technische Entwicklung in den letzten Jahren?
In finde die Entwicklung ganz großartig. Trotzdem bin ich nicht unbedingt ein Technikfreak.

Inwieweit ist das Thema „Bewegtbild“ für Dich interessant?
Ich werde oft so gebucht, dass bewegte Bilder integriert sind − für mich eine logische Konsequenz. Schön inszenierte Fashion- oder Beautyclips mag ich sehr.



Welchen Stellenwert haben freie Arbeiten für Dich und gibt es aktuell Projekte, von denen Du uns berichten kannst?
Unbedingt freie Arbeiten. Es gibt Zeiten, da versuche ich mindestens eine freie Produktion pro Woche umzusetzen. Frei ist eben frei, da gibt es keine Kunden und keine Deadlines. Das ist wie Spielen. Ausprobieren und nach vorn bewegen. Lichtsituationen verändern. Meist entstehen bei den freien Arbeiten auch die Motive für Ausstellungen.

Im Laufe der Zeit hast Du bereits etliche Projekte und Jobs realisiert. Gibt es Arbeiten, auf die Du besonders stolz bist oder mit denen Du ganz besondere Erinnerungen verbindest? Falls ja, welche und weshalb?
Ich glaube, die wohl intensivste und wertvollste Erfahrung habe ich insgesamt beim Shoot für das Buch „Amazonen“ gesammelt. Hinter der Kamera sowie im Gespräch mit den einzelnen Frauen.

Was macht für Dich die Arbeit als Fotografin aus? Was schätzt Du an Deiner Tätigkeit und auf welchen Part könntest Du auch gerne verzichten?
Ich liebe es im Team Ideen umzusetzen, ständig neue Menschen kennenzulernen und alte Verbindungen wieder neu aufleben zu lassen.
Verzichten könnte ich manchmal auf die Retuscheberge.

Deine Basis ist Berlin. Weshalb und was schätzt Du sowohl beruflich als auch privat an der Stadt?
Ich mag, dass die Stadt alles hat. Jede Ecke erinnert mich an eine andere Metropole und trotzdem ist Berlin ganz eigen. Ist laut und still zugleich. Vor allem ist hier ein Gefühl der Weite, der Möglichkeiten. Diese Stadt ist über die Jahre zu meinem zu Hause geworden.

Vielen Dank für das Gespräch.

 
Links:
   www.jackiehardt.com
   zum Onlineprofil
 

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