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Interview: Im Gespräch mit Mert Dürümoglu

Mert Dürümoglu c/o BANRAP ist seit 1998 selbstständiger Werbefotograf, based in Düsseldorf und Berlin. Er hat in dieser Zeit diverse internationale Auszeichnungen erhalten und unter anderem für BMW, Dell, Thyssen Krupp und VW gearbeitet. Wir konnten ihm für unsere Jubiläumsausgabe (Band 10) einige Fragen stellen.

Wie und wann bist Du das erste Mal mit Fotografie in Berührung gekommen und was zeigt Dein erstes Foto, welches Du bewusst aufgenommen hast?
Im Alter von 10 Jahren mit der Minolta meines Vaters. Er zeigte mir, wie das Ding funktioniert und ich nutzte es gleich um Familienfotos zu machen. Später dann, zur Abiturzeit, habe ich einen Kommunikationsdesign-Studenten kennengelernt. Von da an ging das Fotografieren richtig los. Ich habe fototechnisch viel experimtiert und ausprobiert. Das erste bewusste Motiv, glaube ich, war ein Photogramm einer Blume.

Was hat Dich dazu bewogen Fotograf zu werden und was macht die Tätigkeit für Dich so interessant?
Ich wollte an die Filmhochschule um Regie zu studieren. Die Voraussetzung der Aufnahme war ein Praktikum oder eine Ausbildung zum Fotografen. Also habe ich eine verkürzte Ausbildung als Fotograf gemacht, dann bin ich dabei geblieben und hängengeblieben – sozusagen … :-) Das Tolle an der Fotografie ist, im Gegensatz zum Film, dass ich meine komplexen Ideen mit relativ kleinem Team umsetzen kann. Ich bin dann quasi auch Regisseur.

Wie sah Dein Start in den Beruf denn genau aus? Hast Du eine Fotografen-Ausbildung oder eventuell Assistenzen bei anderen Fotografen gemacht?
Ja, ich habe eine klassische Fotografen-Ausbildung mit anschliessender Assistenz im Mode-/People- und Stillife-Bereich gemacht. Erstaunlicherweise war ich nie bei einem Auto-Fotografen. Ich hatte zum Glück während der Ausbildung und Assistenz-Zeit schon meine eigenen Kunden und konnte somit richtige Jobs machen und Erfahrungen sammeln.






Deine Schwerpunkte liegen heute primär in den Bereichen People und Transportation. Weshalb? Was reizt Dich immer wieder daran?
People, weil mich die Interaktion mit Menschen immer wieder reizt. Transportation, weil ich ein Nerd bin … :-)

Wie würdest Du selbst Deinen fotografischen Stil beschreiben?
Akribisch, emotional, experimentell.

Auf welche Deiner Arbeiten bist Du besonders stolz oder vielleicht einfacher gefragt, welche Deiner Bilder schaust Du Dir selbst immer wieder gerne an?
Die Arbeiten, die sich andere und ich gerne ins Wohnzimmer hängen. Ich werde in der Schweiz auch im künstlerischen Bereich vertreten.

Wenn Zeit, Geld und andere Faktoren keinerlei Rolle spielen würden: Wie würde Dein absolutes Traumprojekt aussehen?
Top Modelle mit Top Autos und Top Styling für ein halbes Jahr road-tripin.

Gibt es einige Fotografenkollegen, speziell mit Fokus auf Deutschland, deren Arbeiten Du besonders schätzt?
Na klar, da gibt es einige, allerdings auch einige weltweit.

Was zeichnet für Dich ein wirklich herausragendes Foto aus?
Ein herausragendes Foto muss mich berühren. Technisch, emotional oder thematisch, sodass ich es mir Zuhause an die Wand hängen möchte.

Was inspiriert Dich?
Einfach alles: Liebe, Hass, Jugend, Alter, Erfahrung, Simplizität, Leben, Tod, Enttäuschung, Erwartung … das Leben!

Welche Kamera(s) nutzt Du?
Ich nutze alle Kameras.

Viele Fotografen beschäftigen sich mehr und mehr auch mit dem Thema „Film“. Inwieweit ist dies auch für Dich interessant?
Sehr. Nur denke ich, dass nur durch die technische Machbarkeit nicht jeder Fotograf auch ein guter Filmer ist!







Welchen Stellenwert haben freie Arbeiten für Dich und gibt es aktuell Projekte, von denen Du uns berichten kannst?
Freie Projekte müssen ein essentieller Teil eines Fotografen sein. Das Ausleben einer Vision geht einher mit persönlicher Entfaltung. Gerade ist meine neueste Strecke „the neon demon“ fertig geworden. Eine Hommage an Nicolas Winding Refn.

Kannst Du uns drei Webseiten und/oder Apps nennen, die Du nutzt?
Abgesehen von den üblichen Messenger Apps und Facebook, tagesschau.de, dann mactechnews.com und highsnobiety.com.

Du hast schon einiges von der Welt gesehen und in unterschiedlichsten Ländern gearbeitet. Wo würdest Du morgen früh am liebsten aufwachen?
Capetown, Istanbul, NY. Land, Liebe, Leute!

Vielen Dank für das Gespräch.

 
Links:
   www.mertphoto.com
   www.banrap.com
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