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Interview: Im Gespräch mit Julie Nagel

In Toronto geboren, aufgewachsen zwischen Rio und Erlangen lebt Julie Nagel seit langem in Hamburg. Nach einer 10-Jährigen Laufbahn in der Werbung als Artdirektor, arbeitet sie heute in den Bereichen Fashion-, People- und Portraitfotografie. In ihrem Element ist sie definitiv outdoor on Location. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.

Wie und wann bist Du das erste Mal mit Fotografie in Berührung gekommen und was zeigt Dein erstes Foto, welches Du bewusst aufgenommen hast?
Mein Onkel hat schöne Schwarz-Weiß-Fotos von uns gemacht und mit seiner Kamera habe ich dann ungefähr mit ca. 10 Jahren mein erstes Foto geschossen, es zeigt unsere Familie in einer Strandbar. Das war es dann aber auch für lange Zeit.

Was hat Dich dazu bewogen Fotografin zu werden?
Ich habe lange als Artdirektor gearbeitet und in meiner Position viele Shootings begleitet. Während dieser Zeit habe ich dann angefangen selbst zu fotografieren. Ich mochte die Arbeit am Set immer sehr gern und wollte dann irgendwann noch näher ans Bilder machen. Interessant ist es aus verschiedenen Gründen, all die Teams mit denen man arbeitet, wo aber jeder für seinen Teil zuständig ist. Speziell die Arbeit mit Modellen, all die tollen Orte, das Adrenalin – es ist ein spannender Beruf und ein Privileg so arbeiten zu können.

Wie sah Dein Start in den Beruf denn genau aus? Hast Du eine Fotografen-Ausbildung oder eventuell Assistenzen bei anderen Fotografen gemacht?
Über viele Umwege würde ich sagen, vom Druckvorlagenhersteller zum Artdirektor zum Fotografen. Ich habe erst verschiedene Praktika gemacht, ein wenig assistiert und sehr viel selbst fotografiert, von Hochzeiten bis zu freien Arbeiten.






Deine Schwerpunkte liegen heute primär in den Bereichen Fashion und People. Weshalb? Was reizt Dich immer wieder daran?
Ja, das vermischt sich bei mir. Ich mag es eben sehr mit Menschen zu arbeiten, deswegen finde ich beide Bereiche so interessant. Auch bei meinen Modebildern will ich ja einen emotionalen Bezug, ich will eine Person zeigen.

Wie würdest Du selbst Deinen fotografischen Stil in nur wenigen Worten beschreiben?
Bei einigen Arbeiten sieht man sicherlich den grafischen Background, gewisse Aufteilungen sprechen mich einfach an. Ansonsten würde ich sagen nahbar, lebendig und nicht zu clean und die Liebe zu Orten sieht man vielleicht auch.

Auf welche Deiner Arbeiten bist Du besonders stolz oder vielleicht einfacher gefragt, welche Deiner Bilder schaust Du Dir selbst immer wieder gerne an?
Stolz bin ich meist auf Arbeiten, bei denen ich irgendwelche Herausforderungen gemeistert habe oder bei denen eine etwas andere Idee dahintersteht. Wir sehen alle ständig unsere Bilder an, da mag ich die besonders, die ich mit positiven Erinnerungen an das Shooting verknüpfe, da kommt ja meist auch etwas Gutes raus, wenn die Dynamik im Team stimmt.

Wenn Zeit, Geld und andere Faktoren keinerlei Rolle spielen würden: Wie würde Dein absolutes Traumprojekt aussehen?
Haha, ich sage immer wenn ich im Lotto gewinnen würde, würde ich die Mappe meines Lebens machen – also Reisen und mit tollen Leuten arbeiten.

Gibt es einige Fotografenkollegen, speziell mit Fokus auf Deutschland, deren Arbeiten Du besonders schätzt?
Natürlich, einige, viele, ich sehe mir viele Fotos an. Z. B. mag ich die Arbeiten von meinem BFF-Kollegen Kai Uwe Gundlach sehr, er geht so spielerisch mit Bildern um, natürlich Jürgen Teller und Peter Lindbergh, sie können also auch sehr unterschiedlich sein.

Viele Fotografen beschäftigen sich mehr und mehr auch mit dem Thema „Film“. Inwieweit ist dies auch für Dich interessant?
Ich finde das Thema sehr interessant, habe aber noch wenig Erfahrung in dem Bereich, das möchte ich gern noch etwas aufbauen.

Was zeichnet für Dich ein wirklich herausragendes Foto aus?
Es muss etwas einzigartiges haben, mich emotional ansprechen oder Witz haben.

Was inspiriert Dich?
Menschen, Orte, Musik; ich bin generell leicht zu inspirieren.

Welche Kamera(s) nutzt Du?
Canon und Leica.

Welchen Stellenwert haben freie Arbeiten für Dich?
Freie Arbeiten sind super wichtig, ich kann mir nicht vorstellen jemals damit aufzuhören, dann finde ich würde die Leidenschaft generell fehlen. Wir wollen doch eigentlich alle eigene Bilder und Welten erschaffen.








Kannst Du uns drei Webseiten und/oder Apps nennen, die Du nutzt?
Instagram, Wetterapps, Spiegel.

Du hast einiges von der Welt gesehen und in unterschiedlichsten Ländern gearbeitet. Wo würdest Du morgen früh am liebsten aufwachen?
Gerne am Strand oder an einem spannenden Ort, wo ich eben noch nicht war.

Vielen Dank für das Gespräch.

 
Links:
   www.julienagel.de
   zum Onlineprofil
 

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