ankeluckmann_interview0

Interview: Im Gespräch mit Anke Luckmann

Anke Luckmann, 1972 born to shoot. Arbeitet international als Fotografin in den Bereichen Transportation, Portrait und Landscape. Vertreten wird sie von Kai Tietz. Im Rahmen der BLICKFANG-Ausgabe 2016/2017 (Band 9) haben wir Anke einige Fragen gestellt.

Wie und wann bist Du das erste Mal mit Fotografie in Berührung gekommen und was zeigt Dein erstes Foto, welches Du bewusst aufgenommen hast?
Ich wusste schon lange bevor ich meine erste Kamera bekam, dass ich Fotografin werden wollte und habe schon in der 5. Klasse mein „Scout“ Etui mit einem herausstehenden Bleistift als „Kamera“ umgebaut, bin damit durch die Schule gelaufen und habe mit dem „geklicke“ wahrscheinlich ziemlich genervt. Die Bilder von früher gab es nur in meinem Kopf – und da sind sie noch immer.

Was hat Dich dazu bewogen Fotografin zu werden und was machte (und macht) die Tätigkeit für Dich so interessant?
Wie gesagt wollte ich schon immer Fotografin werden, ich finde es toll meine Sichtweise in Bildern festzuhalten. Wenn andere sie mögen – umso besser. Ich teile sie gerne: Meine Welt in Bildern.



Wie sah Dein Start in den Beruf denn genau aus? Hast Du eine Fotografen-Ausbildung oder eventuell Assistenzen bei anderen Fotografen gemacht?
Zweieinhalb Jahre Ausbildung zur Fotografin in Münster bei Studio Wiegel – Abschluss nach einigen Diskussionen – mit Gesellenbrief, dann weitere zweieinhalb Jahre im selben Studio als „Werbe“-Fotografin, gefolgt von 9 Jahren als freier Fotoassi für viele tolle Fotografen in der großen, weiten Welt …

Deine Schwerpunkte liegen heute primär in den Bereichen Transportation, Portrait und Landscape. Weshalb? Was reizt Dich immer wieder daran?
Na ja – eigentlich lege ich mich nicht so gerne fest – und solange ich mein Foto machen darf, kann und will ich eigentlich alles fotografieren. Fotografie ist ja ein fast unendliches Thema. Ich liebe es unterwegs zu sein, besonders in der Natur, interessante Menschen treffe ich auch gerne – noch Fragen?

Wie würdest Du selbst Deinen fotografischen Stil beschreiben?
Inszenierend, grafisch aber detailverliebt.

Auf welche Deiner Arbeiten bist Du besonders stolz oder vielleicht einfacher gefragt, welche Deiner Bilder schaust Du Dir selbst immer wieder gerne an?
Eines meiner Lieblingsbilder ist Sebastian Vettel mit der Balaclava verkehrt herum auf – so dass man nur seine Haare und sein Profil sieht und ihn erkennt ohne ihn zu sehen. Dafür, dass er das – trotz der vielen Leute um uns herum – mitgemacht hat, bin ich ihm immer noch sehr dankbar.




Wenn Zeit, Geld und andere Faktoren keinerlei Rolle spielen würden: Wie würde Dein absolutes Traumprojekt aussehen?
Einen Kundenjob mal so zu fotografieren wie man will, ohne dass einem alle reinreden, man sich an Layouts, Masken, vorgegebene Autowinkel, Kosten oder Timings halten muss – also einfach mal loslegen mit dem Ziel nur geile Bilder zu machen.

Gibt es einige Fotografenkollegen, speziell mit Fokus auf Deutschland, deren Arbeiten Du besonders schätzt?
Schätzen tue ich viele – aber ich stelle hier keine Ranking Liste auf. International sind es Annie Leibovitz, Dimitri Daniloff, Rick Guest und Peter Lindbergh.

Was zeichnet für Dich ein wirklich herausragendes Foto aus?
Wenn es einen auf irgendeine Art berührt, eine Geschichte erzählt, ohne erklärende Worte auskommt und einem in Erinnerung bleibt – dann handelt es sich um ein besonderes Werk.

Was inspiriert Dich?
Alles.

Welche Kamera(s) benutzt Du?
Hasselblad und Alpa.

Viele Fotografen beschäftigen sich mehr und mehr auch mit dem Thema „Film“. Inwieweit ist dies auch für Dich interessant?
Interessant ist das auf jeden Fall – ich glaube allerdings, dass ein herausragender Fotograf nicht zwingend auch ein herausragender Filmemacher ist.




Welchen Stellenwert haben freie Arbeiten für Dich und gibt es aktuell Projekte, von denen Du uns berichten kannst?
Freie Arbeiten sind für mich keine Projekte, sondern ein Gegenpol zum täglichen Wahnsinn und der Weg wieder zu sich selbst zu finden. Ich fotografiere eigentlich bei jeder Gelegenheit freie Arbeiten.

Kannst Du uns drei Webseiten nennen, die Du regelmäßig besuchst?
Zeit.de, Gosee.de und Skyscanner.de

Du hast einiges von der Welt gesehen und in unterschiedlichsten Ländern gearbeitet. Wo würdest Du morgen früh am liebsten aufwachen?
Da wo mich die Welt anlacht, ich weiß, weshalb ich dort bin und mich großartige Menschen umgeben.

Vielen Dank für das Gespräch.

 
Links:
   www.ankeluckmann.com
   www.kaitietz.de
   zum Onlineprofil
 

kommentieren