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Interview: Im Gespräch mit Wolfgang Wilde

Wolfgang Wilde lebt als unabhängiger Fotograf in Hamburg. Er arbeitet international und ist bekannt für seine Fotos von Celebrities, Managern und Politikern. Seine unverwechselbare Handschrift ist auch in anspruchsvoller Werbung wiederzufinden.

Wie und wann bist Du das erste Mal mit Fotografie in Berührung gekommen und was zeigt Dein erstes Foto, welches Du bewusst aufgenommen hast?
Ich habe Kommunikationsdesign studiert – Malerei, Grafik und Fotografie. Vorher habe ich vielleicht rumgeknipst, aber an der Hochschule wurde die Kamera plötzlich zum Werkzeug. Die Fotografie machte mir mehr Spaß als alles andere. Das funktionierte einfach. Besonders viel Lob bekam ich für die Schwarz-Weiß-Porträts von meinen Kommilitonen. „Der Wilde hat großes Talent“, bescheinigten mir die Dozenten.

Was hat Dich dazu bewogen Fotograf zu werden und was machte (und macht) die Fotografie für Dich so interessant?
Die Leidenschaft für das Handwerk – von Anfang an liebte ich es die Schwarz-Weiß-Fotos zu entwickeln und zu printen. Noch als Student nahm mich das „Manager Magazin“ unter Vertrag und schickte mich sofort zu Wirtschaftsbossen und signifikanten Persönlichkeiten, wie z. B. Alfred Herrhausen oder Gloria von Thurn und Taxis – mich Finkenwerder Jung! Die Neugier auf Menschen ist heute noch mein Motor.


Julia Klöckner, CDU-Fraktionsvorsitzende


Alexander Fehling und Matthias Matschke


Bernd Eichinger und Till Schweiger


Ursula von der Leyen, Verteidigungsministerin

Wie sah Dein Start in den Beruf denn genau aus? Hast Du eine Fotografen-Ausbildung und Assistenzen bei anderen Fotografen gemacht?
Mein Berufsleben begann schon während des Studiums, durch den ersten Vertrag. Assistenzen habe ich kaum gemacht.

Deine Schwerpunkte liegen heute in den Bereichen People und Portrait. Weshalb? Was reizt Dich immer wieder daran?
Die Neugier: Welten von Menschen kennenzulernen, zu denen man normalerweise keinen Zutritt hätte.

Wie würdest Du Deinen fotografischen Stil in wenigen Worten beschreiben?
Das müssen andere beurteilen. Ich möchte etwas über den Porträtierten erzählen, das so noch nie gezeigt wurde. Frank-Walter Steinmeier sagte anlässlich meiner letzten Ausstellung in seiner Rede: „Wildes Bilder sind kleine Romane und erzählen mehr als tausend Worte“.

Auf welche Deiner Arbeiten bist Du persönlich wirklich stolz? Oder vielleicht einfacher gefragt: Welche Deiner Bilder schaust Du Dir selbst immer wieder gerne an?
Ich schaue gerne auf meine Politikerportraits, die oft unter schwierigen Umständen in sehr kurzer Zeit entstehen.


Filmball 2016


Frank-Walter Steinmeier, Außenminister


Moritz Bleibtreu und Jürgen Prochnow


Joe Kaeser, CEO Siemens AG

Wenn Zeit, Geld und alle anderen Faktoren keinerlei Rolle spielen würden: Wie würde Dein absolutes Traumprojekt aussehen?
Fotograf bei Jeremy Clarksons TV-Kultsendung „Top Gear“ zu werden, dem Anarcho-Autoformat.

Was inspiriert Dich?
Filme.

Welche Kamera(s) nutzt Du?
Nach 25 Jahren Canon bin ich gerade letztes Jahr auf die Nikon 810 umgestiegen. Außerdem besitze ich eine Hasselblad HD.

Viele Fotografen beschäftigen sich mehr und mehr auch mit dem Thema „Film“. Inwieweit ist das auch für Dich interessant?
Gar nicht. Ich lebe die Fotografie. Der Film kann mich nicht mal als zusätzliches Medium reizen. Dazu bin ich zu sehr mit der Fotografie verbunden. Ich muss dieser Kunst ja auch immer wieder gerecht werden, diese Aufgabe ist groß genug.

Was zeichnet für Dich ein wirklich herausragendes Foto aus?
Ein Foto, das mich berührt. Das muss nicht perfekt sein. Ich mag es am liebsten pur, ohne zu viel Photoshop.


Sepp Blatter, FIFA


Michael O’Leary, CEO Ryan Air


Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Welchen Stellenwert haben freie Arbeiten für Dich und gibt es aktuell Projekte, von denen Du uns berichten kannst?
Ich hatte das große Glück viele meiner Ideen für freie Arbeiten in Jobs zu realisieren.

Kannst Du uns Webseiten nennen, die Du regelmäßig besuchst?
Ja, zum Beispiel: www.spiegel.de und www.classicdriver.com.

Du hast einiges von der Welt gesehen und in unterschiedlichsten Ländern gearbeitet. Wo würdest Du morgen gerne aufwachen und weshalb?
Mal wieder in Hamburg bei meiner Familie!

Vielen Dank für das Gespräch.

 
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