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Interview: Im Gespräch mit Steffen Hofemann

Steffen Hofemann, Jahrgang 1971, gebürtiger Kölner, hat eine Tochter, lebt seit 1996 in Hamburg, unterbrochen von Aufenthalten in New York, Paris und Mittelamerika. Selbstständiger Fotograf und BFF-Mitglied seit 1999, arbeitet national und international, vor allem in den Bereichen Fashion, Beauty und Lifestyle, für Kunden wie z.B. Weleda, Nivea, Triumph, Peek & Cloppenburg, Lufthansa oder Sony. Steffen wird von Wildfox Running vertreten.

Wie und wann bist Du das erste Mal mit Fotografie in Berührung gekommen und was zeigt Dein erstes Foto, welches Du bewusst aufgenommen hast?
Ich habe als Jugendlicher schon fotografiert, aber erst Anfang 20 ernsthaft angefangen. Als echter „Kölsche Jung“ war mein erstes Bild natürlich der Kölner Dom. Nein, Quatsch, ich habe damals vor allem meine Freundin fotografiert, die war hübsch und hatte viel Geduld mit mir.

Was hat Dich dazu bewogen Fotograf zu werden und was machte (und macht) die Tätigkeit für Dich so interessant?
Ich hatte immer einen kreativen Drang, konnte das aber eine Weile nicht auf einen Punkt bringen. Ich habe mich an Möbeldesign, Grafik und auch mal an Bildhauerei versucht, malen kann ich leider gar nicht und dann hat sich fotografieren und filmen als mein Medium herauskristallisiert. Spannend für mich ist vor allem, jedes Mal einen neuen Weg zu den zu fotografierenden Menschen zu finden und mich immer wieder auf neue Gegebenheiten einzulassen. Auch gut finde ich, immer wieder eine neue Aufgabenstellung, oft mit Schwierigkeitsgrad, zu lösen.



Wie sah Dein Start in den Beruf denn genau aus? Hast Du eine Fotografen-Ausbildung und Assistenzen bei anderen Fotografen gemacht?
Ich habe Praktika gemacht und habe auch einen Moment in Bremen an der HFK Fotodesign studiert, aber die Assistenz damals bei Esther Haase war spannender. Danach habe ich noch diversen anderen Fotografen assistiert, z. B. bei Jo Magrean in Paris, später war ich dann auch selbst noch mal eine Weile in Paris.

Deine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Fashion und Beauty. Weshalb? Was reizt Dich immer wieder daran?
Für mich ist hier interessant, einen persönlichen Zugang zu finden und dann auch Bilder mit mehr Nähe und Persönlichkeit entstehen zu lassen, als das sonst in diesem Bereich der Fotografie üblich ist. Letztlich versuche ich auch in diesem Bereich, in einem mode-orientierten Motiv, ein Portrait des Models zu machen.

Wie würdest Du Deinen fotografischen Stil in wenigen Worten beschreiben?
Mir ist wichtig, dass die Modelle sich wohlfühlen und Raum haben sich zu öffnen, dann können sie schön, sinnlich, energetisch und (sorry für das Wort) authentisch sein.

Auf welche Deiner Arbeiten bist Du persönlich wirklich stolz? Oder vielleicht einfacher gefragt: Welche Deiner Bilder schaust Du Dir selbst immer wieder gerne an?
Das sind natürlich meistens die freien Arbeiten, eine besonders schöne Geschichte ist, finde ich, die „Hannah“ – ein Mädchen, das wir in Costa Rica beim Bäcker kennengelernt haben, eine Halb-Japanerin lustigerweise aus Berlin, jetzt ist sie weitergezogen nach Mexico und Peru und ziemlich hippie.



Wenn Zeit, Geld und andere Faktoren keinerlei Rolle spielen würden: Wie würde Dein absoluter Traumprojekt aussehen?
Der Klassiker: Roadtrip. Im Wohnmobil mit 2 oder 3 Leuten ein paar Monate um die Welt gondeln. Kann doch immer wieder neu und spannend sein.

Gibt es einige Fotografen-Kollegen, speziell aus Deutschland, deren Arbeiten Du sehr schätzst?
Immer noch Helmut Newton und Jürgen Teller.

Was inspiriert Dich?
Inspiration kommt für mich aus der Umwelt. Oft auf Reisen, manchmal sind es Orte, manchmal Kleider, Stimmungen auf der Straße und natürlich einzelne Menschen.

Was zeichnet für Dich ein wirklich herausragendes Foto aus?
Es fängt einen ein und spricht mit einem. Lässt Raum für Gedanken und den Film vorher und hinterher.

Welche Kamera(s) nutzt Du?
Je nach Anforderung, quasi ergebnisoffen. Canon, Nikon, Phase One, Sony, ARRI – ich bin da flexibel, im Prinzip machen alle auch nur Bilder.

Welchen Stellenwert haben freie Arbeiten für Dich?
Freie Arbeiten sind immer wichtig, ich kann mich da wieder gut fokussieren und auch mal ins Blaue arbeiten, intuitiv und ohne festen Rahmen.


Kannst Du uns drei Webseiten nennen, die Du regelmäßig besuchst?
Ja, zum Beispiel www.spiegel-online.de, www.facebook.com und diverseste Seiten mit Information und Inspiration.

Du hast bereits einiges von der Welt gesehen und in vielen Ländern gearbeitet. Wo würdest Du morgen am liebsten aufwachen?
Die aufregendste Stadt war für mich Rio de Janeiro – auf der Straße herrscht eine klasse Mischung aus Entspanntheit und wilder Energie, Strand, Berge, Dschungel, Großstadt. Und über alles wacht der Corcovado …

Vielen Dank für das Gespräch.

 
Links:
   www.hofemann.com
   www.wildfoxrunning.com
   zum Onlineprofil
 

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