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Interview: Im Gespräch mit Bernd Kammerer

Bernd Kammerer, Jahrgang 1966, fand bereits als Jugendlicher über einen Fotokurs zur Fotografie. Nach einer fünfjährigen Assistenzzeit bei verschiedenen Fotografen, machte er sich 1991 selbstständig. Heute arbeitet er für zahlreiche Auto- und People-Magazine überwiegend aus dem Corporate-Publishing-Bereich und realisiert Werbemotive für Unternehmen wie BMW, Lamborghini und Mercedes. Seine Basis ist Stuttgart.

Wie und wann bist Du das erste Mal mit Fotografie in Berührung gekommen und was zeigt Dein erstes Foto, welches Du bewusst aufgenommen hast?
Schon sehr früh. Mein Vater und mein Großvater waren beide sehr ambitionierte Hobby-Fotografen und so waren Kameras schon immer in meinem Umfeld zu finden. Während meiner Schulzeit machte ich dann einen Fotografiekurs bei Horst Dürrschmidt in Lugano.
Mein erstes Foto war ein flugfähiges Drachenflugmodell aus den 70igern, vorne unscharf angeschnitten, im Flug mit einer Kodak Instamatic fotografiert und im Hintergrund der sommerliche Gartenhimmel meiner Kindheit.

Was hat Dich dazu bewogen Fotograf zu werden?
Die richtige Schulausbildung, da ich frühzeitig erkennen konnte, dass Fotografie meine Berufung ist.



Was machte (und macht) die Tätigkeit für Dich denn so interessant?
Jeden Tag neue Aufgaben, wenig Routine, schnelle Ergebnisse.

Hast Du eine klassische Fotografen-Ausbildung und evtl. Assistenzen bei anderen Fotografen gemacht bzw. wie sah Dein Start in den Beruf aus?
Ich habe dreieinhalb Jahre in drei verschiedenen Studios als fester Assistent gearbeitet und dann zwei Jahre als freier Assistent. Eine Mappe habe ich erst am Ende dieser Zeit gemacht und mit dieser dann auch gleich meine ersten Jobs bekommen. Dies waren zwei Kunden, die regelmäßig für die nächsten fünf Jahre mit mir arbeiteten. Das eine waren redaktionelle, konstruierte Low-Budget-Geschichten mit viel Improvisation und das andere High-End-Fashionstrecken für Plakate und Broschüren, meist in Los Angeles oder im Studio produziert.

Deine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Transportation, Landscape und People. Weshalb? Was reizt Dich immer wieder daran?
Mit Mode und People habe ich angefangen. Transportation kam erst im Laufe der Jahre hinzu und wird jetzt auch sehr oft kombiniert. Was mich immer wieder daran reizt? Morgens noch nicht zu wissen, was der Abend bringt!

Wie würdest Du Deinen fotografischen Stil in wenigen Worten beschreiben?
Spontan, unkompliziert, ehrlich und mit einem Augenzwinkern.

Auf welche Deiner Arbeiten bist Du persönlich wirklich stolz? Oder vielleicht einfacher gefragt: Welche Deiner Bilder schaust Du Dir selbst immer wieder gerne an?
Meist die von meinem letzten Job.




Wenn Zeit, Geld und andere Faktoren keinerlei Rolle spielen würden: Wie würde Dein absoluter Traumauftrag aussehen?
Ich würde ein Rundschreiben an alle Fotografen rauslassen und Sie darauf einschwören die Nutzungsrechts-Verträge genau durchzulesen und davon nichts zu unterschreiben … ;)

Gibt es einige Fotografen-Kollegen, speziell aus Deutschland, deren Arbeiten Du sehr schätzst?
Allerdings. Ich zähle nur mal die aus Stuttgart auf, da wären z. B. Jürgen Altmann, Stefan Milev, Monica Menez, Frank & Steff, Michael Schnabel, Igor Panitz, Dietmar Henneka, Uli Maier, Deniz Saylan, Susanne Wegner, Claus Rudolph, Jörg Schieferecke, Werner Pawlok und viele andere.

Was zeichnet für Dich ein wirklich herausragendes Foto aus?
Wenn es eine Geschichte erzählt.

Was inspiriert Dich?
Aufgabenstellungen spontan umzusetzen und die Neugierde.

Welche Kamera(s) nutzt Du?
Nikon D800e, Nikon D3x, Phase One.

Viele Fotografen beschäftigen sich mehr und mehr auch mit dem Thema „Film“. Inwieweit ist dies auch für Dich interessant?
Bei Modeshootings machen wir in der Zwischenzeit immer noch einen Fashion-Film und ein Making-of mit dazu, inklusive Schnitt und Grading. Ich warte auf ein erstes Regie-Angebot!



Welchen Stellenwert haben freie Arbeiten für Dich?
Ich habe das große Glück viele meiner Aufträge wie freie Arbeiten angehen zu können und so habe ich nicht ständig das Gefühl, dass ich dringend mal etwas für mich machen oder etwas Neues ausprobieren müsste. Es gibt aber natürlich trotzdem Bilderserien, die ich neben den Jobs verfolge und an denen ich arbeite. Zu sehen sind dort Dinge, herausgelöst aus ihrem Umfeld.

Kannst Du uns drei Webseiten nennen, die Du regelmäßig besuchst?
Ja, www.behance.com, www.stumbleupon.com und www.bhphotovideo.com.

Du hast bereits einiges von der Welt gesehen und in vielen Ländern gearbeitet. Wo würdest Du morgen am liebsten aufwachen?
An einem Ort, an dem ich noch nicht war!

Vielen Dank für das Gespräch.

 
Links:
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