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Interview: 10 Fragen an die Agentin Mirjam Böhm

Vor einigen Wochen stand uns die Agentin Mirjam Böhm von der Hamburger Repräsentanz PAM – Mirjam Böhm für ein Interview Rede und Antwort.

Mirjam Böhm wurde als echtes Nordlicht in Reinbek bei Hamburg geboren. Irgendwann zwischen der Fußball-WM 1966 in Mexiko und 1974 in Deutschland. Als Teenagerin entwickelt sie gleich zwei Vorlieben, die sie beruflich noch lange begleiten werden: Das Fotografieren und das Skateboarden. Es dauert nicht lang, bis sie als Folge eine der beiden Professionen zum Beruf macht und trotzdem beiden Bastionen treu bleibt: Nach einer Ausbildung im PPS Fachlabor von F.C. Gundlach und Assistenzen bei Uwe Düttmann und Kai Degenhard, führt der Weg in die Selbstständigkeit – nämlich als Sport-Fotografin für Skate Magazine.

Drei Jahre später wechselt die Hamburgerin die Seiten, wird Art Buyerin in diversen Agenturen, u.a. bei KNSK und Zum goldenen Hirschen. Als Konsequenz dieser Erfahrungen und Berufsjahre, gründet die passionierte Taucherin unter dem Titel „PAM – Mirjam Böhm“ im Jahr 2003 ihre eigene Fotografen-Repräsentanz und ist seither mit Laib und Seele dem „Personal Art Managment“ verschrieben.

Mirjam, woher stammt eigentlich Deine Affinität zur Fotografie und wie ist es zur Gründung Deiner Repräsentanz gekommen?
Mit 17 kaufte ich mir meine erste Kamera (Minolta x 700) und fast zeitgleich mein erstes Skateboard. Ich begann erst meine Umgebung und später meine Freunde aus der Skateszene zu fotografieren. Aus dem Hobby sollte ein Beruf werden. Eine Ausbildung im PPS Fachlabor brachte mir die ersten professionellen Grundlagen und ich lernte was ein gutes Bild ausmacht (damaliger Inhaber F.C. Gundlach).
Es folgten Praktika bei Uwe Düttmann und Kai Degenhard. Anschließend machte ich mich als Sport-Fotografin selbstständig – ausschließlich für Skate Magazine.
3 Jahre später wechselte ich in die Werbung bzw. ins Art Buying (Zum goldenen Hirschen Hamburg, KNSK). 2003 gründete ich dann meine eigene Agentur „PAM-Mirjam Böhm“, hier an der Alster.



Bilder: Alexandra Klever

Aktuell vertrittst Du 13 Fotografen/-innen. Nach welchen Kriterien erfolgt bei Dir die Auswahl?
Das Portfolio muss eine eigenen Handschrift aufweisen und mich kreativ ansprechen: Ebenso wichtig ist die Persönlichkeit die dahinter steht.

Wie sieht ein typischer Tag im Leben von Mirjam Böhm aus?
Ich lese die Neuigkeiten des Tages oder gehe zum Sport, anschließend ein Glas Milch und auf geht’s ins Büro. E-Mails checken, Briefings lesen, Rücksprachen mit den Fotografen, Recherche, interne Abstimmung „wer macht was“, Kalkulationen erstellen. Mittags ein Ausflug in die Lange Reihe, an die Alster oder in unserer hauseigenen Kantine. Kundengespräche, Anpassung von Angeboten, Aufträge einholen, Shootings koordinieren und organisieren. Nächste Werbemaßnahmen planen, Touren zusammenstellen, neue Bilder sichten und auswählen. Zum Feierabend ans Wasser oder mit Freunden treffen, Ausreiten oder einfach aufs Sofa – Füße hoch.

Welcher Teil Deiner Arbeit gefällt Dir am besten und auf welchen Part könntest Du auch gerne verzichten?
Rechnungen schreiben und Rechnungen schreiben. Nein, mal im Ernst – ich liebe es mir Bilder anzuschauen. Ebenso interessieren mich die Menschen und Geschichten hinter den Motiven. Natürlich gibt es auch „trockenere“ Dinge wie Buchhaltung, die zu erledigen ist.

Welche Trends und Entwicklungen spürst Du aktuell in der Bildsprache und wie bewertest Du diese?
Alles geht – im positiven wie auch im negativen Sinne. Der Look einer Kampagne ist enorm wichtig. Er spiegelt den aktuellen Zeitgeist wieder. Momentan wird in der Werbefotografie vieles gezeigt was ich als „Überdosis“ bezeichnen würde. Ich denke, hier wäre weniger oft mehr. Man sollte sich auf die Kernidee und das Wesentliche im Bild konzentrieren und dann nach einer bestmöglichen Umsetzung suchen. Hier ist natürlich auch die Beratung und Erfahrung der Bildschaffenden, also der Fotografen und Bildbearbeiter gefragt, die man in jedem Fall vorab einbeziehen sollte – nicht erst am Ende.




Bilder: Erik Chmil

Was zeichnet Deiner Meinung nach einen guten Fotografen bzw. eine gute Fotografin aus?
Jeder Fachbereich bedarf hier sicher seinen eigenen, speziellen Anforderungen, aber allgemein: kreative Ideen, visuelle Vorstellungskraft, grafisches und technisches Verständnis, eine eigene Handschrift sowie Besessenheit für diesen Beruf. Es reicht nicht aus, sich für Fotografie zu interessieren und gerne zu reisen.

Hast Du Tipps für junge Talente?
Sicher ist ein Studium eine gute Sache für den Einstieg. Wichtiger finde ich jedoch eine praxisnahe „Lehrzeit“, etwa bei einem oder mehreren guten Fotografen. Sind die ersten Bilder in der eigenen Mappe, hole Dir verschiedene Meinungen, Kritik und Empfehlungen von Fachleuten zu Deinen Bildern ein (von anderen Fotografen, Bildredakteuren, Agenten, Art Buyern und Kreativen). Sicher wirst Du hier ganz unterschiedliches Feedback erhalten – jeder Mensch hat schließlich einen anderen Geschmack, Hintergrund etc.
Dann sortiere aus, was für DICH und Deine Fotografie wichtig ist.
Man braucht nicht gleich am Anfang einen Agenten, sondern sollte seine ersten Erfahrungen in der Praxis selbst gemacht und erlebt haben.

Was macht für Dich ein herausragendes Foto aus?
Es besticht durch seine Einzigartigkeit, ist grafisch ansprechend, einprägsam und zeitlos.




Bilder: Matthias Wolf

Deine Basis ist in Hamburg. Weshalb und was schätzst Du an der Stadt sowohl beruflich als auch privat?
Hamburg ist einer der wichtigsten Standorte für Werbung und Verlage. Die Stadt ist groß und gleichzeitig beschaulich. Ich mag die kühle Brise, den trockenen Hamburger Humor und die Nähe zum Wasser (Alster, Elbe, Nordsee, Ostsee).

Wie und wo siehst Du Deine Repräsentanz in ein paar Jahren?
Vorne – mit einem anspruchsvollem Portfolio aus fotografischen Spezialisten, einzigartigen Künstlern, innovativen Allroundern und modernen Handschriften.

Vielen Dank für das Gespräch.

 
Links:
   www.pam-hamburg.de
   www.facebook.com/pammirjam
 

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